Geschichte

Die Musikgesellschaft Erlach wurde 1878 als eine der ersten in der Region gegründet. Bis im Dezember 2011, also 133 Jahre dauerte ihre kontinuierliche und bunte Vereinsgeschichte. Unterbrüche des Vereinslebens und der Spieltätigkeit waren nur während der beiden Aktivdienste zeitweilig zu verzeichnen, wenn bei entsprechendem Aufgebot zu viele Musikanten eingezogen wurden. Beim Durchgehen der Chronik von 1978, die anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums entstand, findet man den Abriss eines klassischen Vereinslebens einer Blasmusik: Begonnen als reine Blechkapelle, ebenso als ausschliessliche Männerdomäne; dann der Übergang zur Harmoniemusik durch die sukzessive Eingliederung der Holzinstrumente und schliesslich die Öffnung auch für Musikantinnen. Musikalisch gesehen scheint die MG Erlach nie ein Spitzenverein gewesen zu sein. Hingegen übernahm sie lange Zeit im Städtchen und seinem Vereinsleben eine prägende Rolle. Bei den vielfältigen lokalen Anlässen war die eigene Musik nicht wegzudenken, sie begleitete gar die hiesigen Schützen an ihre Feste. So soll auch die Einführung der „Läsetsunntige“ nebst dem Turnverein auf die „Erlacher Musig“ zurückgehen. Die Teilnahme an regionalen, kantonalen und gar eidgenössischen Musikfesten, wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg, ziehen sich über das Bestehen der MG Erlach durch. Auch bestandesmässig kennt die Vereinsgeschichte Hochs und Tiefs. Kurz vor dem 125-Jahr-Jubiläum (2003) begann sich der zusehends geschwundene Bestand an Musikantinnen und  Musikanten zu erholen, 2005 waren erfreulicherweise zahlreiche Eintritte engagierter Jugendlicher zu verzeichnen, so dass bei Auftritten – ohne Aushilfen – gut 35 Leute musizierten. Leider setzte einige Jahre danach ein Mitgliederschwund (vor allem alters- und gesundheitsbedingt) ein, der mangels Neueintritten nicht mehr wettgemacht werden konnte. Im Dezember 2011 trat die Musikgesellschaft Erlach letztmals selbständig auf: Im Städtchen unter dem Weihnachtsbaum. Mangels Bassisten musste der Dirigent die Tuba gleich selbst spielen… Nach vereinsinternen Abklärungen (“wie weiter?“) nahmen die Verantwortlichen Kontakt zur Musikgesellschaft Siselen auf, dwelche ebenso ausgedünnte Register zu verzeichnen hatte. Es folgte ein Jahr mit gemeinsamen Proben und Auftritten (so auch am Seeländischen Musiktag, wie auch am Eidg. Hornusserfest in Lyss). Für ein längerfristiges Zusammengehen hätten sich aber doch zu viele Hindernisse ergeben. So musste die verbleibende Erlacher-Mannschaft auf Beginn 2013 den eigenen Spielbetrieb einstellen. Anstatt den Verein aufzulösen und die Mittel irgendwo in Obhut zu geben, beschloss man – vorerst ohne die Statuten zu ändern – für drei Jahre den Vereinszweck anzupassen: Projektorientierte Realisierung von Einzelauftritten mit zugewandten Musikantinnen und Musikanten aus nah und fern;Unterstützung sinngemässer Anstrengungen mit vereinseigenem Material (in besonderen Fällen ev. mit finanziellen Mitteln);allgemeine Unterstützung des Blasmusikwesens (Abgabe von Leihinstrumenten an Auszubildende, Ausleihe Notenmaterial usw.). Mit anderen Worten: Der Weg für das Projekt Erlacher Stadtmusikanten war auch formell geebnet. Wer hätte das gedacht: Insgesamt 60 Musikantinnen und Musikanten bestritten 2013 in wechselnder Zusammensetzung zwischen 30 und über 40 Spielleuten, bei ausgeglichenen Registern, die für das Städtchen wichtigen Auftritte.